Ein neues familienmitglied

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen Hund anzuschaffen, gibt es einige "Grundvoraussetzungen", die an erster Stelle geklärt werden müssen:

 

  • Genehmigt der Vermieter die Hundehaltung? Wenn Sie zur Miete wohnen, sollten Sie sich unbedingt schriftlich die Genehmigung zur Hundehaltung vom Vermieter geben lassen.

  • Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden? Es gibt natürlich Probleme, wenn Sie einen Hund haben wollen, Ihr Partner aber panische Angst vor Hunden hat.

  • Liegen bei einem Familienmitglied Allergien gegen Tierhaare vor? Es gibt Menschen, die auf manche Hunde allergisch reagieren, auf andere hingegen nicht.

  • Haben Sie die nötige Zeit für einen Hund? Hunde sind Rudeltiere und schätzen das Alleinsein nicht. Bedenken Sie dabei auch, dass sich Ihre persönliche Situation z.B. durch einen neuen Job oder eine geänderte Familiensituation in nächster Zeit ändern könnte.

  • Sind Ihre finanziellen Möglichkeiten so, dass sie einem Hund alles bieten können, was er braucht? Neben der Versorgung des Hundes sind die Kosten für Tierarzt, Steuern, Versicherung und gegebenenfalls Hundeschule einzuplanen.

  • Haben Sie jemanden, der den Hund während Ihrer Abwesenheit betreuen könnte? Jeder macht mal Urlaub oder wird krank, daher sollte man sich unbedingt vorher Gedanken darüber machen und sich z.B. nach einer guten Hundepension in der Nähe umschauen.

  • Sind Sie bereit, Ihre eigenen Bedürfnisse für einen Hund zurückzustellen? Wenn es regnet und stürmt und Sie gerne auf dem Sofa liegen würden muss der Hund nämlich trotzdem Gassi, denn Ihrem Hund ist das Wetter egal.

  • Sind Sie bereit, sich für viele Jahre an einen Hund zu binden? Hunde werden alt, und wenn Sie sich einen Welpen anschaffen, werden Sie mit diesem Hund die nächsten 10 oder 15 Jahre Ihr Leben teilen.

 

 

 

Warum Hund?

Die Motivationen, sich einen Hund anschaffen zu wollen, sind vielfältig. 

 

Für einen "guten" zukünftigen Hundehalter reichen die Gründe von ganz banaler Tierliebe und Freude am Zusammenleben mit einem Hund bis zur Begründung, einem armen Hund ein schönes neues Zuhause bieten zu wollen.

Man hat mit Hund einen Grund, aus dem Haus zu gehen, der Hund bringt Freude und schafft Kontakte und hält einen noch dazu fit. Einen treueren Freund als einen Hund kann Mensch kaum haben.

Wenn Sie jedoch einen Hund anschaffen wollen, weil Sie jemanden brauchen, den Sie herumkommandieren können (weil Sie z.B. in Ihrem Job nichts zu sagen haben): vergessen Sie es. Falls Sie einen Hund als Sportgerät und nicht als Familienmitglied haben wollen, vergessen Sie es bitte ebenfalls. Wenn Sie einen Hund anschaffen wollen, nur weil Ihre Kinder so laut nörgeln und sich unbedingt einen wünschen, lassen Sie bitte die Finger davon, denn Sie werden derjenige sein, der mit dem Hund rausgehen muss, während Ihre Kinder mit viel wichtigeren Sachen beschäftigt sind. Ebenso verpönt: ein Hund als Statussymbol oder weil er modisch grade im Trend liegt.

 

Welcher Hund passt zu mir und meinen Lebensumständen?

 

Bei der Entscheidung "welcher" Hund sollten Sie unbedingt 100% ehrlich mit sich selbst sein

und alle Gegebenheiten genau überdenken:

 

  • Lassen die Wohnverhältnisse den Hund von seiner Größe und seinem Temperament her zu? Falls sie ein sehr penibler Mensch sind, ist eine sabbernde Dogge in einer ordentlichen Stadtwohnung wahrscheinlich nicht das Richtige.

  • Haben Sie genug Zeit für den Hund? Wenn Sie berufstätig sind, macht es keinen Sinn, sich einen Hund anzuschaffen, der nicht alleine bleibt.

  • Reicht Ihre Hundeerfahrung für den Hund? Sie müssen mit dem Hund Ihrer Wahl fertig werden; falls Sie ein sehr nachsichtiger, inkonsequenter oder unsicherer Mensch sind, schaffen Sie sich niemals einen schwierigen oder dominanten Hund an.

  • Sind Sie Ihrem Hund kräftemäßig gewachsen? Sie (und jedes Familienmitglied, welches mit dem Hund rausgehen möchte) müssen jederzeit Herr der Lage sein können, und der Hund darf Sie nicht über die Straße ziehen können, wenn er eine Katze auf der anderen Seite sieht.

  • Stimmt das Temperament von Hund und Mensch überein? Wenn Sie es lieber beschaulich und ruhig mögen, passt ein junger, hektischer, aktiver Hund wohl kaum zu Ihnen.

  • Haben Sie Kinder? Dann nehmen Sie bitte niemals einen Hund zu sich, von dem bekannt ist, dass er schon mal Menschen gebissen hat. Auch wenn Kinder manchmal schrecklich sein können, haben sie trotzdem ein Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Jung oder alt?

 

Beides hat unbestritten seine Vor- und Nachteile, und deswegen sollten Sie genau überlegen, ob die Vorteile von jung oder von alt für Sie ganz persönlich überwiegen

 

Ein Welpe hat null Erziehung und keine Ahnung, was Menschen unter einem harmonischen Zusammenleben verstehen, weiß nicht, was er darf und was nicht, und woher soll er wissen, dass Sie nicht drauf stehen, wenn Sie schlafen und er ihnen frohgelaunt beim Spielen mit Ihrer Unterwäsche mitten ins Gesicht hopst. Man muss so was mögen.

Falls Sie sich extra einen Welpen anschaffen wollen, weil Sie kleine Kinder haben und Ihnen ein erwachsener Hund daher zu "gefährlich" erscheint: die Milchzähne von Welpen sind immens scharf, und Hunde benutzen beim Spielen gerne auch ihre Zähne, und diese hinterlassen oft ordentliche und auch blutende Spuren an Kindern. So manche hysterische Mutter befindet dann, der Hund habe ihre Kinder gebissen, womit das weitere Schicksal des Hundes in der Regel besiegelt ist. Ähnlich ist es auch oft, wenn ein großwüchsiger Welpe mit einem kleinen Kind spielt, was häufig bei noch nicht so ganz standfesten Kindern dazu führt, dass das Kind umfällt und der Hund dann erst Recht Spaß an diesem Spiel hat, ganz zu Mutters Entsetzen.

Wenn Sie sich einen Mischlingswelpen anschaffen, sollten Sie etwas flexibel sein bezüglich seiner Endgröße und Erscheinung, denn es passiert natürlich oft, dass Hund größer wird oder kleiner bleibt, als man sich vorgestellt hatte. Falls Sie sich einen Bernhardinerwelpen als neues Familienmitglied aussuchen, machen Sie sich bitte klar, der kleine wollige Kerl wird ein Riesentier werden und nicht Ihnen zuliebe klein und plüschig bleiben. Nicht nur die Optik des irgendwann erwachsenen Hundes, sondern auch die späteren Eigenschaften des ehemaligen Welpen können für unliebsame Überraschungen sorgen, denn wenn Sie einen Welpen zu sich nehmen, sehen Sie ihm nicht an, ob er vielleicht als erwachsener Hund einen ausgeprägten Jagd-, Schutz- oder Hütetrieb entwickeln wird und Sie alles wollten, nur eben keinen Hund mit Jagd-, Schutz- oder Hütetrieb.

Es macht unbestritten viel Freude, einen Welpen auf seinem Weg zu einem richtigen Hund zu begleiten, seine albernen Spiele und Späße, das gemeinsame Entdecken der Welt. Aber an erster Stelle ist es unglaublich viel Arbeit mit einem immensen Aufwand für Sie, wenn aus dem Welpen ein sicherer, gut erzogener, unproblematischer und wunderbarer Familienhund werden soll.

Wenn Sie sich entscheiden, einen alten Hund zu sich zu nehmen und sich bei Ihrer Auswahl Zeit lassen und gut, ehrlich und kompetent beraten werden, haben Sie einen entscheidenden Vorteil: Sie wissen, wen Sie bekommen und können entscheiden, ob genau dieser Hund mit seinem Wesen, seinem Temperament und seinen Eigenschaften zu Ihnen passt. Ein alter Hund fordert zudem weniger Energie von ihnen, ist in der Regel stubenrein und zerbastelt Ihnen nicht mehr die Wohnung, kennt seine Umwelt, ist mehr oder weniger erzogen und braucht nicht mehr so viel Bewegung wie ein junger. Ein Märchen, dass leider oft erzählt wird, ist dass sich ein alter Hund nicht mehr in einer neuen Umgebung einlebt und auch nicht mehr einer neuen Familie anpassen kann. Es ist ein Märchen und nichts weiter! Falls Sie einen alten Hund zu sich nehmen, werden Sie erstaunt sein darüber, wie schnell er sich bei Ihnen Zuhause fühlen wird, und Sie und er könnten denken, sie hätten bereits ihr ganzes Leben miteinander verbracht. Alte Hunde haben eben eine ganz besondere Ausstrahlung.

 

Sie können sich nicht entscheiden, ob jung oder alt? Macht nichts, es gibt Millionen herrenloser Hunde auf der Welt, die weder ganz jung, noch ganz alt sind, und mindestens einer von diesen wird garantiert zu Ihnen passen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Welpen und alte Hunde!

 

Rüde oder Hündin?

 

Nicht ganz einfach und wahrscheinlich Geschmacksache. Rüden sagt man nach, dass sie weniger anhänglich sind als Hündinnen, das stimmt aber definitiv nicht. Rüden neigen oft eher zu Dominanz gegenüber Menschen und anderen Hunden und raufen teilweise ganz gerne mit anderen Rüden (oft sieht das aber schlimmer aus, als es ist und meist passiert dabei auch nichts und es war nichts als eine riesige Angeberei). Hier hilft oft eine Kastration, je früher, desto besser, hat die Erfahrung gelehrt. Dies gilt übrigens auch für Rüden, die an jeder erdenklichen oder auch unmöglichen Stelle meinen markieren zu müssen oder Rüden, die durchdrehen, wenn drei Kilometer weiter eine Hündin heiß ist. Rüden vertragen sich meist gut mit allen Hündinnen, und auch die "Machos" haben mit kastrierten Rüden keine Probleme.

Wenn Sie eine unkastrierte Hündin haben, wird diese zweimal im Jahr heiß (manche Rassen auch nur einmal), zur Freude aller Nachbarsrüden. Sie tun einer Hündin keinen Gefallen, wenn Sie sie nicht kastrieren lassen, denn züchten wollen Sie mit ihr sowieso nicht, weil Sie wissen, dass es eh schon so viele herrenlose ungewollte Hunde ohne Zuhause auf der Welt gibt und der Hündin können Sie schlecht erklären, wenn sie paarungsbereit ist, dass sie nicht darf. Zudem verringern Sie mit einer Kastration das Risiko der Bildung von Gesäugetumoren und Gebärmuttererkrankungen immens.

Hündinnen vertragen sich meist mit allen Rüden, obwohl die Rüden oft nicht viel zu sagen haben. Ist eine Hündin dann noch verträglich mit anderen Hündinnen, ist das für Sie der unkomplizierteste Glücksfall. Wenn Sie aber mit einer leider nicht mit Geschlechtsgenossinnen verträglichen Hündin auf eine andere Hündin treffen, haben Sie ein bedeutend größeres Problem als bei zwei Rüden, die sich nicht gut leiden können. Dominante Hündinnen haben auch teilweise Probleme mit kastrierten Rüden, weil sie diese nicht "zuordnen" können.

Rasse oder nicht Rasse?

 

Hier gilt eigentlich: legen Sie sich bitte nicht aufgrund einer ansprechenden Optik fest.

Es ist unwichtig, ob der Hund "schön" ist, sondern es ist entscheidend, ob Sie und er zueinander passen. Selbstverständlich gibt es wunderbare Rassehunde, aber gerade bei den "modernen" Rassen ist es leider so, dass bei der Zucht viel mehr Wert auf das äußerliche Erscheinungsbild gelegt wird als auf alle anderen Eigenschaften. 

 

Das begünstigt z.B. die Verbreitung von Erbkrankheiten bzw. die Veranlagung zu ganz bestimmten rassetypischen Krankheiten.

Dass die Hundezucht mittlerweile nicht nur oft schlimme körperliche Resultate erzielt (denken wir an Hunde, die kurzbeinig gezüchtet von Geburt an kaum laufen können, wegen platter Nasen schlecht Luft bekommen, wegen eines knitterigen "schönen" Gesichtes zu Ohr-, Augen- und Hautinfektionen neigen, nur damit sie den Menschen gefallen), sondern auch viele Hunde mit nicht einwandfreiem Wesen hervorbringt, ist sehr bedenklich.

 

 

 

 

Wenn Sie sich für einen Mischling entscheiden, haben sie in der Regel einen wirklich einmaligen Hund, noch dazu sagt man den Mischlingen schon nach, dass sie von besserer Gesundheit und vielleicht sogar intelligenter, also eigentlich die bessere Wahl sind.

 

Klein oder groß?

 

Lassen Sie sich nicht durch die Größe eines Hundes verwirren, denn es ist nicht so, dass kleine Hunde wenig Arbeit machen und große Hund viel Arbeit. 

Kleine Hunde sind oft bedeutend quirliger, temperamentvoller, frecher und anstrengender als große.

 Natürlich muss ein Hund zu Ihren Wohnverhältnissen passen und ein Hund egal welcher Größe muss sich in Ihrer Wohnung bewegen können, aber er muss drin keine Wettrennen laufen, denn dafür gehen Sie schließlich mit ihm raus. 

Ob klein oder groß, Fakt ist: große Hunde fressen mehr als kleine (aber manchmal wollen die kleinen nur das teuerste Futter, dann gleicht sich das Kostenmäßig wieder aus), große Hunde brauchen mehr Platz auf der Couch und kleine Hunde sind oft regelrechte Nervensägen.

 

Dass ein Kind nicht mit einem Bernhardiner spazieren gehen kann, der doppelt so viel wiegt wie es selber, sollte Ihnen klar sein, so dass in dem Fall ein kleinerer Hund überaus sinnvoll wäre.

 

 

 

Woher?

Egal, wofür Sie sich entscheiden, ob Welpe oder erwachsener Hund, Rasse oder Mischling: schauen Sie sich in Ruhe nach Ihrem Hund um, nutzen Sie die Vermittlungsseiten seriöser Tierschutzvereine im Internet. Sie bekommen Informationen über seine Vorgeschichte und seine guten und schlechten Seiten und werden ehrlich beraten, denn es ist nicht im Sinne eines Tierheimes, wenn aufgrund von Fehlinformationen eine Vermittlung in die Hosen geht und der Hund dann wieder im Tierheim landet.

Sie müssen sich jedoch gefallen lassen, dass man Sie nach Ihrer persönlichen Situation befragt und sich auch das Recht herausnimmt, Ihre Wohnung zu inspizieren, aber all das geschieht zum Wohle des Hundes, denn er soll bei Ihnen das richtige Zuhause finden und Sie sollen glücklich miteinander werden. Falls Sie einem Hund aus dem Tierheim oder von einem Tierschutzverein ein Zuhause geben und mit ihm dann aus welchen Gründen auch immer nicht klar kommen, nimmt jedes seriöse Tierheim bzw. Tierschutzorganisation den Hund auch wieder auf, aber dass es so kommt, passiert in den allerseltensten Fällen.

Mittlerweile werden in Deutschland Hunde aus so ziemlich aller Welt vermittelt, denn das Tierelend in südlichen und osteuropäischen Ländern ist nach wie vor sehr groß, so dass ausländische Tierschützer darauf angewiesen sind, Hunde auch nach Deutschland zu vermitteln. 

Sie werden als Interessent ausgiebig beraten, über ländertypische Krankheitsrisiken aufgeklärt und eine Vermittlung erfolgt mit Schutzvertrag. 

 

Wo lebt der Hund?

Ein Hund ist von Natur aus kein solitär lebendes Wesen. Das wichtigste im Leben eines Hundes ist sein Platz in seiner Familie. Von daher verbietet es sich von selbst, einen Hund im Zwinger, also genaugenommen weggesperrt in einem Käfig, zu halten, den Hund in den Keller oder andere häusliche Katakomben zu verbannen oder ihn im Garten ohne Zugang zum Haus und seiner Familie zu halten. Dass Kettenhaltung aus gutem Grund schon lange verboten ist, hat sich hoffentlich mittlerweile herumgesprochen.

Ein Hund gehört dahin, wo seine Familie ist, also in der Regel mit ins Haus (es sei denn, Sie sind obdachlos und wohnen unter einer Brücke, dann gehört der Hund selbstverständlich mit Ihnen unter die Brücke). Natürlich gibt es Hunde, die gerne draußen im Garten herumliegen, aber auch diese wollen irgendwann wieder herein und zu ihren Menschen und dann nicht vor verschlossenen Türen hocken. Im Haus wird sich der Hund sein bevorzugtes Plätzchen selbst suchen, es sei denn, Sie erklären ihm, wo sein Lieblingsplatz sein soll, denn Ihr Hund wird sich garantiert einen Platz suchen, der ihm eigentlich nicht zusteht (Ihr Bett, Ihre Couch...).

 

Pflichten

 

Was muss ich als Hundehalter in Deutschland erfüllen?

 

Heute ist alles nicht mehr so einfach und ein Hundehalter muss viele Pflichten erfüllen. Neben den allgemeinen guten Umgangsformen gegenüber Mitmenschen und anderen Hunden müssen Sie auf folgendes achten!

Einige der nachfolgenden Punkte sind in vielen Bundesländern Pflicht (z.B. nach Landeshundegesetz NRW):

 
  • Sie brauchen eine Haftpflichtversicherung für Ihren Hund (können Sie an Ihre private Haftpflicht ankoppeln oder extra abschließen). Es kann immer sein, dass Ihr Hund Schäden anrichtet, die Sie ohne Versicherung nie im Leben zahlen könnten (stellen Sie sich nur vor, Ihr Hund läuft vor ein Auto, es gibt einen großen Unfall mit Personenschäden).

  • Sie müssen Hundesteuer für Ihren Hund zahlen (auch wenn der Sinn oder Unsinn dieser Steuer diskutierbar ist), ihn also beim Steueramt Ihrer Stadt oder Gemeinde anmelden.

  • Ihr Hund sollte (bzw. muss in vielen Bundesländern) gechipt sein; der Chip (Microchip, elektronische Markierung, die mittels Spritze unter die Haut an der linken Halsseite kommt) ermöglicht eine eindeutige Identifizierung Ihres Hundes. Immer hilfreich, um Hunde Ihren Besitzern zuordnen zu können.

  • Je nach Bundesland verschieden: Leinenpflicht an manchen Orten oder nur für bestimmte Hunde, Sachkundenachweis für den Halter (beim Tierarzt oder Veterinäramt), Meldepflicht (und Genehmigungspflicht) beim Ordnungsamt für große Hunde und/oder Hunde bestimmter Rassen. Da mittlerweile durch die vielen verschiedenen Hundeverordnungen in den verschiednen Bundsländern ein absolutes Wirrwarr entstanden ist und eine bundeseinheitliche Lösung nicht in Sicht ist, sollten Sie sich unbedingt bei Ihrem zuständigen Ordnungsamt erkundigen, was Sie erfüllen müssen!

Tierarzt?

Auch wenn Ihr Hund gesund ist, sollten Sie mit ihm mindestens einmal im Jahr zum Tierarzt gehen. Die jährliche Tollwutimpfung sollte obligatorisch sein, daneben sollte Ihr Hund Impfschutz haben gegen Parvovirose, Leptospirose, Staupe und Hepatitis (ebenfalls jährlich bzw. nach zwei Jahren auffrischen). Welpen werden im Abstand von vier Wochen zweimal geimpft, um einen kompletten Impfschutz zu erzielen. Wie oft Ihr Hund im weiteren Leben gegen was geimpft wird, lassen Sie bitte den Tierarzt Ihres Vertrauens entscheiden, denn da gehen die Meinungen oft gehörig auseinander.

 

Entwurmt werden sollte ein erwachsener Hund zweimal im Jahr, das geht ganz einfach mittels Tablettengabe, die Sie beim Tierarzt bekommen. Hunde, die Flöhe haben oder gerne Mäuse fressen, haben auch Würmer, daher kann es sein, dass Sie Ihren Hund auch mal außer der Reihe entwurmen müssen. 

 

Flöhe und andere Tierchen mag weder der Hund noch Sie, deswegen sollten Sie im Zweifelsfall schnell etwas dagegen unternehmen. Flöhe können Sie gut mit dem bloßen Auge sehen und auch mit einem Mittel aus dem Zoohandel oder Supermarkt bekämpfen, aber spätestes bei Milben überlassen Sie die Diagnose besser Ihrem Tierarzt.

 

 

Ihr Hund kann im Laufe der Jahre "normale" Krankheiten bekommen wie Durchfall, Erbrechen oder Husten, er wird mindestens einmal im Leben in eine Scherbe treten und genäht werden müssen (manche Hunde schaffen das auch jährlich), er wird bestimmt auch ein- oder mehrmals gebissen werden und genäht werden müssen, er wird mal die Augen oder Ohren entzündet haben, aber so ist das eben, und jedes Mal wird Ihr Tierarzt sich über Ihren Besuch freuen.

 

Abgesehen davon kann Ihr Hund auch alle schlimmeren Krankheiten bekommen, Herz-, Krebs- oder Hüftkrank werden, wie ein Mensch auch. Das verursacht Ihnen eine Menge Kummer und auch nicht zu verachtende Kosen, aber das sollte Ihnen Ihr Hund wert sein und Sie stehen es gemeinsam mit ihm durch

 

Mittelmeerprofil und Ostblockprofil Krankheiten

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird. Relativ häufig sind Doppelinfektionen mit Babesien, da beide Erreger von denselben Zecken übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt durch den Zeckenbiss. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 8 und 20 Tagen. Ehrlichiose gibt es überall in Europa, aber besonders häufig im Süden und in östlichen Ländern.

Erreger

Ehrlichien sind eine Art von Bakterien. Sie befallen die weißen Blutkörperchen und schädigen das Immunsystem. Die Diagnose wird anhand eines Bluttests (serologischer Nachweis) gestellt.

Symptome

Manchmal keine. Häufig sind hohes Fieber, Schwäche, Gelenkbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen. Absinken der Thrombozyten ist typisch (Blutungsneigung)

Gefahr für Menschen? 

Hunde- Ehrlichiose ist vermutlich nicht auf Menschen übertragbar.

Behandlung

Antibiotika- Therapie über mehrere Wochen.

Aussichten

Eine unbehandelte Ehrlichiose kann infolge zunehmender, ggf. über Jahre andauernder, schleichender Blutungsneigung zum Tod des Tieres führen.

Vorsorglich ist daran zu denken, den Hund vor Zeckenbissen, z.B. durch ein Halsband zu schützen

 

 

Babesiose

(auch genannt Piroplasmose oder Hunde-Malaria)

Die Babesiose wird durch Zecken übertragen. Babesiose gibt es in vielen Europäischen Ländern, inzwischen auch in Süd- Deutschland, vor allem aber im Mittelmeerraum sowie in östlichen Ländern.  

Erreger

Babesien (Einzeller). Babesien befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Bei zu später Erkennung führt Babesiose häufig zum Tod des Tieres.

Symptome

Übelkeit, Schwäche, später hohes Fieber, dunkler Urin. 

Behandlung

Injektionen mit einem Antiparasitikum.

Gefahr für Menschen? 

Einige Babesien können über Zecken auf Menschen übertragen werden.

Aussichten

Rechtzeitig behandelt, sehr gut. Bei späterer Erkennung führt eine Hunde-Babesiose nach Reaktivierung durch div. andere Erkrankungen häufig zum Tod des Tieres. Vorsorglich ist daran zu denken, den Hund vor Zeckenbissen, z.B. durch ein Halsband zu schützen -  siehe Prophylaxe.

 

 

Dirofilariose (Herzwurm)

Die Übertragung ist je nach Art durch Stechmücken, Zecken oder Flöhe sowie im Mutterleib auf die Welpen möglich.

Erreger

Durch Würmer. Diese befallen als winzige Mikrofilarien zunächst das Blut und später als Makrofilarien je nach Art das Herz, Lunge und andere Organe oder das Bindegewebe und die Haut.

Symptome

Bei einigen Arten keine, bei anderen sehr unterschiedlich. Vorkommen können Husten, Gewichtsverlust, Schwäche, Atemnot oder Hauterhebungen und Ekzeme.

Behandlung

Je nach Art Injektion eines Antiparasitikums. Bei starkem Befall mit Herzwürmern (Dirofilaria immitis) ist ggf. zusätzlich eine chirurgische Entfernung der erwachsenen Würmer erforderlich.

Gefahr für Menschen

Übertragung über die genannten Wege möglich.

Aussichten

Je nach Art unterschiedlich. Rechtzeitige Behandlung führt oft zum Erfolg. Unbehandelt führt besonders der Herzwurm zum Tod des Tieres.

Vorbeugung

Die vorbeugende Gabe einer mikrofilariziden Medikation, wie Ivermectin (Cardotek), Milbemycin (Interceptor), Moxidectin (Sentinel) und Selamectin (Stronghold) ist wirksam gegen die Mikrofilarien der Arten Dir. immitis und Dir. repens, welche in vielen Gebieten Südeuropas vorkommen. Die Prophylaxe wird in endemischen Gebieten bzw. bei Reisen in diese Gebiete empfohlen.

Ein Scalibor-Halsband gewährleistet zwar einen Schutz vor Sandmücken, Zecken und Flöhen, aber NICHT vor den großen Stechmücken', die den Herzwurm (Dirofilaria immitis) übertragen können.

 

 

Borreliose

Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion. Erreger der Zecken-Borreliose sind winzige Bakterien, die wie Korkenzieher aussehen. Hauptüberträger ist die weit verbreitete Zecke "Holzbock" (Ixodes ricinus).

Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder Wochen, nachdem die Zecke gesaugt hat. Zu Beginn zeigen sich beim Hund wenig markante Symptome, wie sie im Anfangsstadium vieler Infektionskrankheiten auftreten: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber. Die einsetzenden Gelenksentzündungen lassen schon eher einen Verdacht auf Borreliose aufkommen. Meist sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen, vor allem die Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen.

Aufgrund der sehr schmerzhaften Schwellungen beginnt der Hund zu lahmen, besonders nach dem Aufstehen. Im weiteren Verlauf können auch Nervensystem, Herz, Nieren und andere Organe Beschädigt werden.

 

Therapie

Durch den Tierarzt mit geeigneten Antibiotika; die Behandlung der Borreliose ist zwar möglich, doch sehr langwierig.

Wann und wo besteht Infektions-Gefahr?

Das Risiko einer Ansteckung herrscht praktisch überall, wo Zecken sind. Mancherorts trägt jede dritte Zecke den Erreger in sich. Der Holzbock lauert besonders in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern und Lichtungen mit großwüchsigen Gräsern, in buschreichen Gegenden, aber auch in städtischen Parks und naturnahen Hausgärten. Zeckensaison ist von März bis Oktober mit Höhepunkten im Frühjahr und Herbst. Gefährdet sind alle Hunde, die sich in zeckenreichen Gebieten aufhalten.

 

 

Giardiose (Giardia lamblia)

Giardien gehören wie die Kokzidien zu den Protozoen, d.h. sie sind tierische Einzeller. Der Erreger der Giardiasis ist der Einzeller Giardia lamblia, der hauptsächlich durch das Trinken von fäkal verunreinigtem Wasser übertragen wird. Nach der Ansteckung vermehren sich die Parasiten im Darm sehr schnell, was zu einer Schädigung der Darmschleimhaut und damit zu Durchfall führt. Die Giardien kommen in einer aktiven Form (Trophozoid) und einer ruhenden Form (Zyste) vor. Eine Infektion wird schon durch die Aufnahme von nur zehn Zysten ausgelöst, wogegen die aktiven Formen nicht infektiös sind. Die Zysten werden mit dem Kot abgegeben und können auch bei Kälte und Feuchtigkeit monatelang überleben. In Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen ist das Ansteckungsrisiko deshalb recht groß. Giardia lamblia ist weltweit verbreitet, kommt aber besonders häufig in südlichen Ländern vor.

Giardien sind die zweithäufigsten Magen-Darm Parasiten, die u.a. bei Hund, Katze aber auch beim Mensch vorkommen können. Wenn Ihr Tier unter hartnäckigem, schleimigen, gelblichen manchmal auch blutigem Durchfall leidet, evtl. verbunden mit Erbrechen und Fieber, sollte unbedingt eine Kotprobe auf Giardien untersucht werden. Ein Befall mit Giardien muss auf jeden Fall mit Medikamenten behandelt werden. Wirkstoffe gegen Giardien sind Albendazol, Metronidazol und Fenbendazol. Oft ist eine mehrmalige Behandlung (z.B. mit Panacur) notwendig. Wenn weitere Tiere im Haushalt leben, sollten alle Tiere prophylaktisch mitbehandelt werden, da die Ansteckungsgefahr sehr groß ist. Neben der Gabe von Medikamenten ist auch die Hygiene sehr wichtig. Ohne Hygienemaßnahmen sind die Giardien nur sehr schwer in den Griff zu bekommen. Giardien zählen zu den Zoonosen, sie sind also auch auf den Menschen übertragbar, am häufigsten ist jedoch ist die Ansteckung von Mensch zu Mensch und von Hund zu Hund.

 

Die Giardien besitzen eine Art Saugnapf mit welchem sie sich an der Darmwand ihres Wirtes festhalten können.

 Viele Tiere beherbergen Giardien im Darm, ohne erkennbare Krankheitsanzeichen. Der Erreger lebt dann häufig unbemerkt im Dünndarm. Es gibt auch Tiere, welche die Giardien nicht zu eliminieren vermögen. Obwohl es Medikamente gegen die Giardien gibt, hilft bei diesen Tieren die Therapie oftmals nur kurzfristig und die Erreger treten schon bald wieder auf. Da es aber wichtig ist, die Ausscheidung der Parasiten möglichst gering zu halten, müssen die Tiere regelmäßig behandelt werden. Es kann auch vorkommen, dass sich Giardien während einer Behandlung im Gallengang verstecken und für das Medikament nicht zugänglich sind. Es handelt sich dabei um so genannte Dauerausscheider. In diesen Fällen wird es notwendig sein, die Behandlung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Mittlerweile gibt es ein Mittel namens Giradex (Pflanzliches Anti-Giardien-Mittel). Das Mittel kommt aus der chinesischen Kräuterheilkunde. Gardien sollen hiermit ohne Nebenwirkungen erfolgreich behandelt werden können.

* Die Darstellung der Behandlungsmöglichkeiten von Giardien sollen lediglich der Information dienen und stellen keineswegs eine Empfehlung für ein bestimmtest Medikament dar! In erster Linie ist immer der Tierarzt zu kontaktieren.

 

 

Leishmaniose

Leishmaniose kommt im gesamten Mittelmeerraum, Frankreich, Süddeutschland, Schweiz, Osteuropa und evtl. Österreich. Der wichtigste Überträger ist die Sandmücke, weiterhin ist die Übertragung auch über die Plazenta im Mutterleib bekannt. Die Übertragung erfolgt jedoch nicht zwangsläufig. Es kann innerhalb des Wurfes einer infizierten Hündin sowohl infizierte wie nicht infizierte Welpen geben. Einige Welpen weisen einen Antikörpertiter auf, ohne selbst infiziert zu sein. Der Titer geht in solchen Fällen innerhalb des ersten Lebensjahres zurück.

Direkte Übertragungen Tier zu Tier oder Tier zu Mensch wurden bisher nicht nachgewiesen. Allerdings gibt es einige ungeklärte Fälle, u. a. in Amerika, wo bislang nicht klar ist, WIE sich Hunde infiziert haben, ohne in einem Endemiegebiet gewesen zu sein.

Leishmaniose-Hunde haben oft offene Ekzeme, in deren Wundsekret (nicht im Blut!) Leishmanien nachweisbar sind.

Diese sind theoretisch infektiös, wenn sie direkt von dem Ekzem in das Blut (oder eine Wunde) von Tieren oder Menschen gelangen. Ein Nachweis wurde bisher aber noch nicht beschrieben. Dennoch sollte man infizierte Tiere mit Verletzungen grundsätzlich von Kindern fernhalten, und natürlich auch selbst größte Hygiene walten lassen.

An der Luft sind Leishmanien nicht lebensfähig. Sollte Wundsekret also beim Vorbeilaufen an Gegenständen hängen bleiben oder auf den Boden tropfen, ist die Infektionsgefahr vorbei, sobald es antrocknet, spätestens nach wenigen Minuten.

Durch Hundebisse kann Leishmaniose nicht übertragen werden, da im Speichel keine Leishmanien vorhanden sind. Auch über die Luft, Tröpfcheninfektion oder Körperausscheidungen wie Kot und Urin ist keine Übertragung möglich. Eine Übertragung beim Deckakt wäre theoretisch möglich, z. B. infolge der Ausscheidungen der Hündin. Untersuchungen liegen hierzu noch nicht vor.

Selbst bei Kontakt mit frischem Blut (bei frischen Verletzungen des infizierten Hundes) besteht kaum ein Infektionsrisiko, da im frischen Blut kaum Leishmanien enthalten sind. Lediglich bei HIV-infizierten Menschen, die gleichzeitig Leishmaniose haben, ist bisher der Nachweis von Leishmanien im Blut gelungen.

Erreger

Leishmanien, Einzeller. Sie befallen die weißen Blutkörperchen (Fresszellen) im Knochenmark und schädigen die Organe, besonders Leber, Milz und Nieren, unbehandelt bis hin zum Tod des Tieres. 

 

Symptome der Leishmaniose

Die meisten betroffenen Hundebesitzer lernen diese Krankheit erst kennen, nachdem ihr Hund und sie eine längere Leidensgeschichte hinter sich haben. Die Leishmaniose ist im deutschen Sprachraum (noch) nicht heimisch. Daher suchen die meisten Tierärzte, denen sie ihr Tier vorstellen, zunächst einmal nach anderen Ursachen oder behandeln vorrangig die Symptome.

Wenn Sie mit ihrem Tier im Süden waren oder wenn ihr Tier von dort stammt, sollten Sie auch ohne Symptome unbedingt einen Leishmaniose-Test machen lassen. Selbst wenn diese Untersuchung negativ ausfällt, sollten Sie beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome das Tier genauer untersuchen lassen.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die Symptome der Leishmaniose vor. Diese können je nach der europäischen Region, in der der Hund infiziert wurde, unterschiedlich sein. Manche davon treten auch nur in bestimmten Gebieten auf.

Die ersten, unspezifischen Symptome

Erste, sehr unspezifische Symptome einer klinischen Leishmaniosemanifestation können Durchfall, Lahmheit, sowie allgemeine Trägheit und Appetitlosigkeit, begleitet von schleichendem Gewichtsverlust sein. Die Tiere vertragen Hitze schlecht, ermüden leicht und hecheln viel.

Das „Ausfransen“ der Ohren

Ein spezifisches Symptom ist das „Ausfransen“ der Ohren, also leichtes und mehrfaches Einreißen der Ohrränder.

Einige mediterrane Bauern kennen diese Symptomatik, deuten dieses jedoch damit, dass irgendwelche Fliegen die Ohrränder angebissen haben. Begleitet wird dieses Einreißen der Ohrränder häufig mit Schuppenbildung, erst auf den Ohren, dann auch am Kopf, und schließlich am ganzen Körper.

Hautveränderungen

Hautläsionen sind das häufigste klinische Erscheinungsbild, aber auch sehr variabel. Offene kleine Hautwunden finden sich oft zuerst an der Innenseite der Ohren, aber auch an anderen Körperstellen. Diese Wunden sind meist kreisrund und verheilen schlecht.

Hunde aus Griechenland haben häufig trockene Verkrustungen am Kopf, Hunde aus Süd-Spanien und Portugal eher offene Wunden an den Beinen, besonders im Bereich der Gelenke, aber auch an den Pfoten. Völlig unverkrustete Läsionen an der Nase sind typisch bei spanischen Hunden. Hunde aus Sizilien haben häufig mehr und größere Wunden als Hunde aus anderen Regionen.

 Überlange Krallen

Häufig wird ein beschleunigtes Krallenwachstum beobachtet. Die Krallen wachsen schneller, als sie abgelaufen werden können und werden leicht brüchig. Hinzu kommt, dass erkrankte Hunde ohnehin ruhiger werden und weniger laufen. Wenn die Krallen nicht gekürzt werden, biegen sie sich schließlich zur Seite um, was zusätzliche Probleme bei der Pfotenstellung und beim laufen verursacht. Auch besteht die Gefahr des Hängenbleibens und Abreißens der Krallen. Das ist für den Hund sehr schmerzhaft und heilt oft schlecht.

Augenveränderungen

Die Augenerkrankungen variieren sehr stark. Die häufigste ist die Entzündung der Augenlider in Zusammenhang mit Hautläsionen im Gesicht. Häufig beobachtet man eine Entzündung von Hornhaut und Bindehaut in beiden Augen gleichzeitig. Bei einigen Hunden kommt es zu einer beidseitigen Entzündung der Iris, teils in Verbindung  mit einem Hornhautödem und der Verklebung der Iris mit der Netzhaut oder der Linse. Letztlich können Entzündungsherde zu einer Ansammlung von bestimmten Zellen führen und dadurch die Sehkraft deutlich beeinträchtigen.

Haarausfall

Als Folge der Hautveränderungen, parallel oder unabhängig davon, kommt es zu Haarausfall. An den Hinterbeinen fallen Haare auch büschelweise aus, häufig bei Hunden aus Spanien und Italien. Ein nahezu völliger Haarausfall ist bei griechischen Hunden zu beobachten. Bei spanischen und italienischen Hunden wiederum ist eine sogenannte „Brillenbildung“, ein Haarausfall um die Augen herum signifikant.

Verkümmerte Gesichtsmuskulatur

Bei einigen Fällen ist eine einseitige Verkümmerung der Gesichtsmuskulatur auffällig. Schaut man dem Hund von vorn über die Augen auf den Kopf, oder streicht man über die Kopfmuskulatur, so fällt eine Ungleichheit der beiden großen Kopfmuskeln auf.

Lokale oder allgemeine Lymphknotenschwellung

Es sind meist zwei oder mehrere Lymphknoten angeschwollen. Die Kniekehlen-Lymphknoten sind als erste gut tastbar vergrößert. Bei kurzhaarigen Hunden können sie später auch unter der Haut sichtbar sein.

Nasenbluten

Etwa 5 – 10% der Leishmaniose-infizierten Hunde leiden unter Nasenbluten. Besonders häufig sind Schäferhunde und deren Mischlinge betroffen. Die Ursache dieses Nasenblutens ist bislang noch nicht geklärt. Es ist jedoch anzunehmen, dass dieses Nasenbluten durch eine Entzündung und Hautveränderungen der angegriffenen Nasenschleimhaut hervorgerufen wird.

Geruch

Tiere im fortgeschrittenen Stadium können einen sonderbaren, faulig oder kotig erscheinenden Geruch absondern, sowohl am ganzen Körper, wie auch aus dem Maul. Sie „stinken“ regelrecht. Dies ist immer ein Alarmzeichen für eine schwere Beeinträchtigung von Nieren, Leber oder anderen inneren Organen.

Innere Probleme

Diese sieht man dem Hund natürlich nicht unbedingt von außen an. Wir führen sie hier aber trotzdem auf, da Blutuntersuchungen beim Tierarzt manchmal aus anderen Gründen gemacht werden, abweichende Werte aber nicht unbedingt sofort einer Leishmaniose zugeordnet werden.

Anämie

Im Blutbild ist häufig ein niedriger Hämatokrit – (Prozentsatz der festen Blutbestandteile) und Hämoglobin-Wert (roter Blutfarbstoff) auffällig, die eine Anämie zeigen. Sie können Anhaltspunkte dafür selbst feststellen, wenn Sie das Zahnfleisch Ihres Hundes kurz mit dem Daumen eindrücken. Es muss sich dann sofort wieder rosa färben. Blasse Schleimhäute und eine verzögerte Rückfärbung können Anzeichen für eine Anämie sein.

Leber- Milz- und Nierenschäden

Die Leishmanien siedeln sich innerlich in der Leber, der Milz und den Nieren an, neben dem befall des Knochenmarks. Den Grad der Schädigung kann man anhand einiger Laborwerte abschätzen (siehe Diagnostik). Eine Vielzahl der Medikamente, die zur Therapie der Leishmaniose eingesetzt werden, schädigen die inneren Organe zusätzlich. Ein im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf auftretendes Nierenversagen ist häufig die Todesursache Leishmaniose-infizierter Hunde.Die ersten Anzeichen für solche Schäden sind die gleichen wie oben unter „unspezifische Symptome“ und „Geruch“ aufgeführt, so dass Sie sie nicht selbst, ohne Blutuntersuchung, einordnen können.

 

Diagnostik der Leishmaniose

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen auf Leishmaniose sind normalerweise indirekte Tests, da sich Leishmanien nur schwer im Blut nachweisen lassen. Im Blut wird daher nach Antikörpern gesucht, die das Tier nach einer gewissen Zeit gegen die Erreger  gebildet hat.

Antikörpertest (IFAT)

 

Gefahr für Menschen?

Leishmaniose ist über die oben genannten Wege auf Menschen übertragbar. Die europäischen Formen sind für Erwachsene relativ ungefährlich, außer bei Immunkrankheiten wie AIDS. Diabetiker und Transplantationspatienten sowie Kinder bis 5 Jahre haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, übrigens auch während des Urlaubs im Süden. Erkrankte Hunde sollten wegen der häufig auftretenden offenen Ekzeme nicht zu kleinen Kindern gelassen werden. Übertragung durch Hundebisse, Speichel oder frisches Blut ist unwahrscheinlich.

 

Behandlung

Zumeist Chemotherapie mit Injektionen / Infusionen. Kann teuer werden. Die häufig gehörte Ansicht, Leishmaniose können wie Diabetes mit ein paar Tabletten täglich "eingestellt" werden, stimmt definitiv NICHT.

 

Aussichten

Unbehandelt ist Leishmaniose für Hunde meist tödlich. Nach Behandlung ist eine Heilung in wenigen Fällen bekannt, aber nicht die Regel. Der Normalfall ist derzeit, dass man bei frühzeitiger Erkennung vielen Hunden nach genauer Diagnostik und nachfolgender, speziell abgestimmter Therapie für einige Zeit, manchmal auch Jahre, ein erträgliches Leben bieten kann. Vorbeugenden Schutz erreichen Sie durch Halsbänder und Shampoos mit speziellen Wirkstoffen (Permethrin und Deltamethrin).

Es existiert keine Impfung, daher gilt genau wie bei der er Grundsatz: Schützen Sie Ihren Hund vor Mückenstichen.

 

 

PROPHYLAXE

 

Schutz vor Zecken und Mücken

Die wichtigsten durch Zecken auf den Hund und auf die Katze übertragenen Krankeiten sind Borreliose (Lyme disease) Babesiose (Piroplasmose) und Ehrlichiose (Rickettsiose). Die Borreliose ist keine typische Mittelmeerkrankheit, da sie auch in ganz Deutschland vorkommt. Die ebenfalls durch Zeckenbisse übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann auch für den Hund gefährlich werden Dirofilariose und Leishmaniose wird durch Mücken übertragen.

Durch das erhöhte Reiseaufkommen in den vergangenen Jahren treten einige diese Krankheiten, die früher nur in wärmeren Ländern vorkamen, jetzt auch vermehrt bei uns auf. Hunde aus dem Ausland sollten deshalb vor ihrer Ankunft in Deutschland unbedingt auf mögliche Erreger und Krankheiten untersucht werden. Unbehandelt können kranke Hunde ihre gefährlichen Erreger nach Deutschland einschleppen und diese mittels Parasiten, z.B. Zecken, auf hier lebende Hunde übertragen. Das gleiche gilt natürlich auch für Ihren "Urlaubshund". Bei Reisen in südliche Länder ist es unbedingt erforderlich, den Hund vor diesen Parasiten zu schützen.

Zecken sind weltweit vorkommende, blutsaugende Parasiten und gefährliche Krankheitsüberträger bei Mensch und Tier. Weltweit gibt es mehr als 850 Zeckenarten, die Träger und Überträger unterschiedlicher Krankheitserreger sein können. Für den Hund sind in Europa vor allem drei Zeckenarten von Bedeutung:

  • Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock
    Ixodes ricinus lebt als Freilandzecke in Wäldern, Parks, hohen Wiesen und an Wegrändern. Der gemeine Holzbock befällt vorwiegend Hunde und Katzen, aber auch den Menschen und andere Tierarten. Er spielt als Krankheitsüberträger der Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bei Hund und Mensch eine wichtige Rolle.

  • Rhipicephalus sanguineus, die Braune Hundezecke
    Rhipicephalus sanguineus wurde aus mediterranen Urlaubsländern nach Deutschland eingeschleppt und hält sich sowohl in Zwingern und Ställen, aber auch in Wohnungen auf, wo sie sich auch schnell vermehren kann. Die braune Hundezecke befällt bevorzugt den Hund, auf den sie sowohl die Babesiose als auch die Ehrlichiose  übertragen kann.

  • Dermacentor reticulatus, die Bunt- oder Auzecke
    Dermacentor reticulatus ist gekennzeichnet durch ein marmoriertes Rückenschild und bevorzugt als Lebensraum feuchtere Gebiete wie Auwälder und Moore. Als Wirt dienen der Buntzecke oder Auzecke große Haus- und Wildsäugetiere, aber auch Hunde. Sie spielt als Überträger der Babesiose auch in Deutschland eine große Rolle.

Verhindern Sie den Zeckenbefall durch Anlegen von Zeckenhalsbändern oder Verwendung anderer abweisender Mittel. Verzichten Sie bitte darauf Ihren Hund im Urlaub in gefährdete Regionen (z.B. Mittelmeer) mitzunehmen. Sie sollten auf jeden Fall nach dem täglichen Spaziergang Ihr Tier mit der Hand absuchen oder mit einem feinen Kamm durchkämmen. Hat sich eine Zecke trotzdem einmal in der Haut festgesaugt, sollte der Parasit möglichst schnell entfernt werden. Dazu eignen sich am besten spezielle Zeckenzangen. 

  • Die Zecke so tief wie möglich mit der Zeckenzange umfassen und vorsichtig heraushebeln – der Kopf muss mit herauskommen, weil er sonst zu Infektionen führen kann.

  • Ob Sie die Zecke mit oder gegen den Uhrzeigersinn drehen, ist unerheblich.

  • Je eher Sie die Zecke entfernen, desto besser, sie braucht mindestens 24 Stunden, um die Bakterien zu übertragen.

  • Beobachten Sie den Einstich einige Tage, um eine Rötung zu erkennen.

Machen Sie bitte auf keinen Fall den Fehler und greifen zu alten Hausmitteln. Das Beträufeln der Zecke mit Öl, Klebstoff, Nagellack oder Lösungsmitteln sollte unbedingt unterbleiben, durch diese Maßnahmen wird die Zecke veranlasst, sofort eine große Dosis Speichel in den Wirt zu injizieren – und damit die gefährlichen Bakterien zu übertragen.

Im Gegensatz zur Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose wird die Leishmaniose nicht durch Zecken, sondern durch Schmetterlingsmücken (Phlebotomen) übertragen, die auch häufig als Sandmücken bezeichnet werden.

Die Leishmaniose ist eine sehr ernst zunehmende, oft tödlich verlaufende Krankheit bei Hunden. Die ersten Krankheitssymptome zeigen sich frühestens drei Monate nach der Infektion. Krankheitssymptome können aber auch erst bis zu 18 Monate oder noch später nach der Infektion auftreten. Das am häufigsten anzutreffende erste Symptom ist Haarverlust, besonders um die Augen (Brillenbildung) und um die Schnauze.

 

Falls Ihr Tier erkrankt und Sie es mit unklaren Symptomen beim Tierarzt vorstellen, denken Sie daran, den letzten Auslandsaufenthalt zu erwähnen, auch wenn dieser bereits Monate oder sogar länger zurückliegt. Die Inkubationszeit vieler exotischer Krankheiten kann nämlich sehr lange sein.

Für Reisende mit Hund sind die Flugzeiten von Sandmücken zu beachten. Der höchste Prozentsatz infizierter Sandmücken ist Mitte August - Ende September zu erwarten. Während der Sandmückenflugzeit sollen Hunde nicht im Freien schlafen, auch nicht im PKW. Mit dem ersten Auftreten von Sandmücken ist dann zu rechnen, wenn die niedrigste Nachttemperatur drei Nächte in Folge 20°C erreicht, dies ist in Europa etwa Mitte Mai bis Ende Oktober (bei äußerst warmer Witterung können Sandmücken auch im Winter kurz auftreten).

 

 

ALLE UNSERE HUNDE AB DEM 8. MONAT WERDEN AUF DIESE KRANKHEITEN GETESTET!

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© Sandra Van Nuland